Müll im Mittelmeer
Unter dem Wort Mittelmeer muss man sofort an weiße Sandstrände, Palmen, Entspannung, blaues klares Wasser und das Rauschen der Wellen denken. Die Artenvielfalt im Meer ist unbeschreiblich groß und überwältigend für jeden Touristen. Doch all das wird immer mehr vom Menschen zerstört, da er die Mittelmeere immer stärker mit Müll belastet.
Die Gewässer sind mittlerweile voll von dreckigen und chemisch belasteten Abwässern, Ölteppichen durch verunglückte Öltransporte, dem Müll der Touristen und dem Schiffverkehr sowie überstrapaziert durch die intensive Fischerei. Die Mittelmeere haben sich mittlerweile zur Mülldeponie entwickelt. Wie in einem gigantischen Mülltonnenhaus werden überflüssige Plastikverpackungen oder teuer zu entsorgender Abfall in das Wasser gekippt – ganz nach dem Motto „aus den Augen, aus den Sinn“.
Der illegal und vorsätzlich entsorgte Plastikmüll treibt beispielsweise auf oder unter der Meeresoberfläche und gilt als eine der Haupt-Todesursachen bei Seevögeln und einigen Fischarten. Insgesamt werden zwischen 75 und 80 Prozent des Plastikmülls aus Fabriken, Haushalten, Landwirtschaft und Kanalisation in die Flüsse befördert, die denn Müll dann mit auf die lange Reise zum Mittelmeer mitnehmen. Durch diese immer stärker zunehmende Verschmutzung wird das Gleichgewicht des Ökosystems stark gefährdet.
Die Umweltorganisation Green Ocean hat ein bis jetzt einzigartiges Projekt gestartet, das den Plastikmüll reduzieren soll. An der toskanischen Küste sammeln Kommunen, Naturschutzverbände, Schulklassen und die Küstenwache den Müll, der an den Stränden angespült wird, sammeln und entsorgen ihn richtig. Außerdem wird am Strand in regelmäßigen Abständen eine spezielle Müllbox aufgestellt und die Touristen über die Umweltverschmutzung aufgeklärt.
Des Weiteren sammeln Wissenschaftler gezielt Daten über das Ausmaß des Problems. Mitarbeiter durchfischen das Mittelmeer auf der Suche nach Plastik und dokumentieren die Fundorte. Dabei reicht die Ausbeute von der PET-Flasche bis hin zum kaputten Fußball. Durch die unterschiedliche Dichte der Materialien verteilt sich der Müll sowohl an der Meeresoberfläche bis hin zum Meeresboden. Der Fund wird dann im Labor untersucht und anhand des individuellen Fingerprints des Plastikmülls kann der Hersteller ermittelt werden und sofern möglich, zur Rechenschaft gezogen werden.