Mittelmeerwinde
Die Mittelmeerwinde entstehen durch das Einbrechen kontinentaler Luftmassen über die Gebirge bis in den Mittelmeerraum. Die fünf typischen Winde, die im Mittelmeerraum auftreten, sind: der trockene Mistral, der heiße Chamsin, der Scirocco, die stürmische Bora und der Meltemi. Im Folgenden werden die Winde Mistral und Bora etwas genauer vorgestellt.
Der Mistral wird in Frankreich in zwei Schneisen gelenkt, wodurch es zu einer Verstärkung kommt. Die Richtung ist Westnordwest und Nord. Daher kommt es zu dem Phänomen, dass im Rhonetal die Bäume gemäß der Windschur schief wachsen.
Wenn ein Tief im Süden der Alpen liegt, wird der Mistral in das Mittelmeer getrieben. Das geschieht, da durch das Tief der Druckunterschied zwischen den Alpen und den Pyrenäen steigt. Es kann zu hohen Windgeschwindigkeiten kommen.
Vor allem der Golfe du Lion (deutsch: Löwengolf) ist von zahlreichen Mistralen gekennzeichnet. Es ist eines der sturmreichsten Gebiete überhaupt. Nicht nur saisonal, sondern über das ganze Jahr verteilt, herrscht am Löwengolf an der französischen Mittelmeerküste ein Wind von mehr als 11kt. Vor allem im Februar kann es zu Windstärken von bis zu 25kt kommen.
Der Mistral hat verschiedene Varianten, in Spanien gibt es den „Cierzo“, im Osten der Pyrenäen den „Tramontane“. Mistrale entstehen durch eine Kaltfront, die vom Nordwesten ausgehend, aufs Mittelmeer trifft. Im Golfe du Lion herrscht trockene Mistralluft mit meist wolkenlosem Himmel. Von Herbst bis Frühjahr sollte der Golfe du Lion lieber vermieden werden, falls es zu Wetterwarnungen diesbezüglich kommen sollte.
Die stürmische Bora ist ein trockener, kalter Wind. Ohne Vorzeichen, wie beispielsweise charakteristische Wolken oder ähnliches, stürzt er aus den Bergen Sloweniens auf die Adria. Es kann zu Rekordwindstärken kommen, selbst Orkane können vereinzelt auftreten. Die Bora kann zwei Tage andauern. Vor allem im Winter, wenn es zu einer Anhäufung von Kaltluft über dem Balkan kommt, kommt dieser Windtyp häufig vor. Die italienische Küste bleibt von der Bora aber meist unbeeinflusst.